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Schmiede

-Handwerk und Handel-

„Mit de Händ geschafft, fürs Läwe gemacht.“

Die Schmiede steht stellvertretend für die Handwerker in Melbach. Sie waren mit ihren Zünften bis ins 18. Jahrhundert eigentlich nur in den Städten vertreten. Ab etwa 1770 lassen sich aber auch die ersten niedergelassenen Handwerker in Melbach nachweisen.

 

Neben Bäckern, Metzgern und Schustern gab es hier auch eine Reihe von Schmieden. Eine davon gehörte Hermann Koch in der damaligen Bahnhofstraße. Das Wohnhaus und die angrenzende Schmiede mit kleiner Stallung wurden 1903 erbaut. 1905 meldete er seinen Betrieb förmlich an. Koch war äußerst geschäftstüchtig. Bald kamen eine Spezereiwarenhandlung (Lebensmittel, Gewürze) und ein „Liquörhandel“ hinzu. Ab 1909 verkaufte er hier auch Eisenwaren wie kleinere Handwerkzeuge. Der Sohn Rudolf Koch übernahm das Geschäft 1924, starb jedoch als Soldat im Zweiten Weltkrieg.

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Die Beienheimer Straße hatte in ihrer Geschichte schon viele Namen. Dort, wo heute Häuser aus der Nachkriegszeit stehen, befanden sich einst Fohlenweiden und Obstbäume. So wurde die Straße auch „Fielgärten“ (Fiel=Fohlen) oder „Äppelgass“ genannt. Später erhielt sie den Namen Schützgarten und kurz darauf seit etwa 1900 Bahnhofstraße. Nach dem Zusammenschluss von Wölfersheim, Södel, Melbach und Wohnbach (und später auch Berstadt) zur Gemeinde Wölfersheim wurde in den 70er Jahren aus der Bahnhofstraße die Straßen Beienheimer Straße, Blumenstraße und Am Bahnhof. Die späteren Besitzer erwarben das Anwesen in der Beienheimer Straße 2009 und restaurierten die Schmiede mit viel Liebe zum Detail. Zu ausgewählten Feierlichkeiten wurde der historische Bau auch für Besucher geöffnet.

Angela Bauschmann: Der Geruch der Schmiede

Für Angela Bauschmann war die Schmiede ein besonderer Ort. Sie hatte gerne mit Pferden zu tun und mochte die Inhaberfamilie. Heute gibt es nicht mehr viele Handwerker in Melbach. Damals aber hatte das Dorf fast alles, was es für den ländlichen Alltag in der Wetterau brauchte.

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Hochzeitsgesellschaft im Hof der Schmiede, ca. 1928

Andere Handwerksbetriebe sind jedoch ganz aus unserem Dorf verschwunden. 1832 gab es knapp vierzig Handwerker und Händler in Melbach. Heute sind es nur noch rund fünfzehn, obwohl das Dorf seither erheblich an Einwohnern zugenommen hat.

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Auch eine Reihe von Händlern gab es im Dorf. Sie handelten mit allem, was die Melbacher täglich benötigten. In der Friedberger Straße 16 lag beispielsweise das Geschäft der Familie Stern. Sie handelten mit Kolonialwaren. Sie führten Kaffee. Tabak, Zucker und Gewürze. Mit dem Beginn der Herrschaft der Nationalsozialisten flüchtete die Familie 1933. Zuvor verkauften sie den Laden an Hermann Volp. Bis Mitte der 1980er Jahre führten Volps das Geschäft weiter.

 

Der Laden von Emil und Marie Henrici befand sich ebenfalls in der Friedberger Straße. Später führte ihr Sohn Heinrich das Geschäft mit seiner Frau Henny weiter. Hier gab es alles, was man in den Wirtschaftswunderjahren täglich benötigte. Neben Persil und Pepsi gab es auch Eis, wie sich manche Melbacher noch erinnern. 

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Zu den Handwerkern und Händlern gehörte auch die Metzgerei Pfarrer in der Erbsengasse. Das Geschäft besteht bis heute.

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Schaufenster der Firma Henrici, ca. 1955.

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In der Friedberger Straße 31 befand sich die Kohlehandlung der Familie Betz, Aufnahme von 1908.

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Die Tankstelle von Richard Betz, im Hintergrund die Gaststätte Marloff, Foto 1968.

Karin Pfarrer: Die Metzgerei Pfarrer

Als Karin Pfarrer zu Beginn der 1960er Jahre nach Melbach kam und mit ihrem Ehemann den Familienbetrieb übernahm, musste sie sich erst noch in den neuen Beruf einfinden. Doch das ging schnell. Heute ist die Metzgerei einer von noch wenigen alten Handwerksbetrieben in Melbach.

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Metzgerei und Gaststätte Pfarrer 1989

Jubiläum 1200 Jahre

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Trotz der sommerlichen Temperaturen war die Schmiede am Tag der offenen Höfe gut besucht.

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Auch auf der Straße vor der Schmiede herrschte reges Treiben.

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