Gemeinsam für Melbach
Melbach wurde im Jahr 817 erstmals urkundlich erwähnt. Zum 1200-jährigen Ortsjubiläum im Jahr 2017 gründeten wir im Juni 2016 den Verein „Gemeinsam für Melbach“. Von Anfang an war das Ziel größer als ein Jubiläumsfest oder ein Festumzug. Das Jubiläum sollte Anlass sein, die Geschichte des Dorfes dauerhaft zu bewahren und für kommende Generationen sichtbar zu machen.

Zwischen Januar 2017 und November 2018 fanden insgesamt 39 Veranstaltungen und Aktionen statt. Dazu gehörten Vorträge, Ausstellungen, die Kerb, ein historischer Grenzgang entlang der alten Gemarkungsgrenzen sowie viele weitere Veranstaltungen, die das Dorfleben und seine Geschichte in den Mittelpunkt stellten. Insbesondere die Festivitäten der Ortsvereine wurden als Programmpunkte mit in die Jubiläumsjahre einbezogen (z.B. die 90-Jahr-Feier der SG Melbach).
Den Abschluss bildete die Veranstaltung „Des woars“ im Jahr 2019 mit der Präsentation des Buches „1200 Jahre Melbach – Ein Fenster in die Vergangenheit“, das die Feierlichkeiten dokumentiert und zugleich die Ortsgeschichte umfassend darstellt.
Ein besonderer Schwerpunkt des Buches ist das Kapitel „So, wie es damals war. Wenn Häuser erzählen könnten“. Darin werden die Höfe und Häuser Melbachs mit ihrer Geschichte, ihren Bewohnern und zahlreichen historischen Fotografien vorgestellt. Genau diesen Gedanken führt das Digitale Museum weiter.
Magda Gerlach: Die 1200-Jahr-Feier
Im Jahr 2016/17 feierte Melbach sein 1200-jähriges Bestehen. Das wurde nicht an nur einem Tag begangen. Vielmehr feierten die Dorfbewohner mit kleinen und großen Festen mehr als ein Jahr lang. Magda Gerlach erinnert sich noch gut daran.
Viel musste geplant und organisiert werden.

Ein Dorf in der Wetterau
Die Geschichte Melbachs reicht weit zurück. Als 817 ein Freier namens Walthere seinen Besitz dem Kloster Fulda schenkte, wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Bereits um 700 hatte sich hier aus einem fränkischen Einzelhof eine dauerhafte Siedlung entwickelt, während der Haag auf eine noch ältere Besiedlung hinweist. Im Mittelalter gehörte Melbach zum Einflussbereich der Reichsstadt Friedberg und besaß spätestens seit dem 14. Jahrhundert eine eigene Gerichtsbarkeit mit der Gerichtsstätte unter der Gerichtslinde vor der Kirche. Ein Weistum (örtlich geregeltes Gewohnheitsrecht) von 1474 bestimmte das Zusammenleben.
Durch Melbach führte eine Geleitstraße, ein besonders geschützter Verkehrsweg, der unter kaiserlichem Schutz stand. In historischen Ortsplänen wird zudem eine Burg erwähnt. Diese befand sich wahrscheinlich am heutigen Spielplatz in der Erbsengasse.
Die Reformation verlief vergleichsweise ruhig, doch der Dreißigjährige Krieg (1618–1648) brachte Plünderungen und schwere Verwüstungen. Im 18. Jahrhundert belasteten weitere Kriege und Einquartierungen die Bevölkerung. Am 9. Juli 1848 fand am Melbacher Haag eine große Volksversammlung mit 3.000 bis 5.000 Menschen zur Unterstützung der Frankfurter Paulskirche unter dem Motto „Freiheit, Wohlstand, Bildung für Alle“ statt.
Mit der Eröffnung der Braunkohlengrube Ludwigshoffnung im Jahr 1871 begann ein kurzes industrielles Kapitel, das 1903 bereits wieder endete. 1939 zählte Melbach 774 Einwohner, 1950 waren es 1145 und 2026 ca. 1250 Einwohnerinnen und Einwohner. Nach dem Zweiten Weltkrieg wandelte sich Melbach von einem landwirtschaftlich geprägten Dorf zu einer modernen Wohngemeinde.
Gemeinsam für Melbach

Sebastian Göbel, Volker Zorn, Engelbert Bauer, Isabell Bodewald, Eginhard Philippi, Heike Maiss, Wolfgang Weller, Karl-Ernst Kunkel, Albrecht Lindt, Gregor Stollberg, Thomas Gerlach, sitzend v.l. Heike Marloff, Magda Gerlach, Bgm. Rouven Kötter, Karina Thöndel, Cornelia Stein, es fehlen: Elvira Schwarzmeier, Dieter Schmidt, Mahmoud Yazdanfar, Christine Reinhard

