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Haag

-Archäologie und Traditionen-

„Unser Eierberg.“

Die Melbacher und ihr Haag - das ist eine ganz besondere Geschichte. Seit jeher lag der ursprünglich 15 m hohe und einem Durchmesser von 80 bis 100 m, von Menschenhand aufgeschütteter Hügel ganz in der Nähe des Dorfes.

 

Auf der höchsten Erhebung wurde im Mittelalter eine kleine Kapelle zu Ehren der Heiligen Odilie erbaut. Mauerreste dieses im Volksmund genannten „Helgerhäuschens“ (Heiligenhaus) sind bis heute erhalten. Am Haag fand am 9. Juli 1848 mit geschätzten 3.000 bis 5.000 Menschen eine große Volksversammlung in Vorbereitung zur Paulskirchenversammlung unter der Devise „Freiheit, Wohlstand und Bildung für Alle“ statt.

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Erst in jüngster Vergangenheit ist er der Haag auch Teil des Ortsbilds geworden, als die angrenzenden Neubaugebiete seit den 1960er Jahren entstanden. Seither ist er mittendrin, dient als Abenteuerspielplatz für Kinder und ist auch für Besucher von außerhalb eine kleine Attraktion. Früher, als der Hügel noch etwas abgelegen lag und durch den dichten Bewuchs auch versteckte Nischen und Ecken bot, war er Ausgangspunkt vieler Beziehungen und Ehen. Denn hier trafen sich die verliebten Paare heimlich, wenn auch nicht immer erfolgreich versteckt vor den neugierigen Blicken des Dorfes. Schnell machte es die Runde: „Hast Du gehört, die beiden waren zusammen am Haag“, hieß es dann schnell im Ort.

 

Für die Kinder war der sogenannte Eierberg, der Südwest-Hang des Haags, in den früher schneereichen Wintern eine beliebte Schlittenbahn. Wenn die Sonne den Schnee taute und sich über Nacht durch neuerlichen Frost eine Eisschicht bildete, entstanden eine bis zu 30 Meter rasante Abfahrt. Ende der 1960er Jahre begannen die Melbacher, sich mehr um die Verschönerung und Erschließung ihres „Hausbergs“ zu kümmern. Erste Dorfverschönerungsprogramme führten zum Aufstellen von Bänken. Dabei halfen die Vereine des Dorfes kräftig mit. Ab den 1970er Jahren fanden die ersten Haagfeste statt. Die Melbacher kümmerten sich in den nachfolgenden Jahrzehnten mehr und mehr um ihren Berg. Durch mehrere Stürme ab 1990 wurden die Bäume am Haag stark dezimiert.

 

 1999 pflanzten mehr als 100 Melbacherinnen und Melbacher in nur zweiTagen 280 neue Bäume und Büsche. 2013 wurde der Haag als Bestandteil in die„Archäologielandschaft Wetterau“ aufgenommen, 2018 sogar mit einer Plakette unterden Schutz der Haager Konvention als Kulturgut gestellt.

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Kinder aus dem Kindergarten bei der Aktion zur Aufforstung des Haag 1999

Eginhard Philippi: Der Haag

Der Haag gehört seit vielen Jahrhunderten zu Melbach. Vor allem für die Kinder war und ist er ein beliebter Spielplatz. Auch Eginhard Philippi verbindet Kindheitserinnerungen mit dem Melbacher Hausberg. Vor allem zu Ostern spielte der Haag eine wichtige Rolle.

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Die Wetterau zählt zu den bedeutendsten archäologischen Landschaften Hessens. Ihre fruchtbaren Lössböden, das milde Klima und die günstige Lage zwischen Taunus und Vogelsberg machten die Region bereits seit der Jungsteinzeit zu einem bevorzugten Siedlungsraum. Zahlreiche Funde belegen, dass hier schon vor über 7.000 Jahren Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden. Auch aus der Bronze- und Eisenzeit stammen Grabhügel, Siedlungen und Werkzeuge, die von einer kontinuierlichen Besiedlung zeugen.


Besonders prägend war die Zeit der Kelten und später der Römer. Mit dem Bau des Obergermanisch-Raetischen Limes wurde die Wetterau im 2. Jahrhundert n. Chr. Teil des Römischen Reiches. Kastelle, Wachtürme, Gutshöfe und Straßen erschlossen die Landschaft und machten sie zu einer der wichtigsten Versorgungsregionen der römischen Grenzprovinz. Nach dem Rückzug der Römer ließen sich fränkische Siedler nieder und legten den Grundstein für viele heutige Dörfer.


Auch Melbach besitzt eine weit zurückreichende Vergangenheit. Der Haag wird als vorgeschichtlicher Grabhügel aus der Eisenzeit gedeutet, der von Menschenhand für einen hoch gestellten Kelten oder eine Keltin geschaffen wurde.

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Die sogenannte "Dall" auf dem Haag war seit jeher ein beliebter Treffpunkt der Jugend. Hier nahmen einige Melbacher Ehen ihren Anfang.

Volker Zorn: Die Neubaugebiete

Mit den Jahren ist Melbach gewachsen. Das ursprüngliche Dorf hat seine Grenzen längst gesprengt. In den 1960er und 1970er Jahren entstanden am südwestlichen Rand Neubaugebiete. Der Haag, einst außerhalb des Dorfes, war nun mittendrin. Volker Zorn hat diese Entwicklung miterlebt. Mancher Zugezogener ist schnell in die Dorfgemeinschaft integriert worden.

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Jubiläum 1200 Jahre

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Die Teilnehmer der Haagaktion 2017.

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Das Festwochenende auf dem Haag vom 1.-3. Juni 2018 war, Dank musikalischer Highlights, ein voller Erfolg. Auf der Bühne standen zum Beispiel"Wölfersheim live", eine weit über Wölfersheim bekannte Formation, die seit vielenJahren die Menschen der Region begeisterte.

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Dank vieler Helfer war das Festwochenende auf dem Haag ein voller Erfolg.

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Der Ortsrundgang im April 2017 machte auch auf dem Haag Halt.

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